Persönlichkeiten

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Vitus Amerbachius (Veit Trollmann)

Im Jahre 1503 wurde in Amerbach ein hervorragender Humanist und bedeutender Theologe geboren. Der Bauernsohn Hans Trollmann zog von Amerbach aus dem Anwesen Haus-Nr. 46 (heutiger Hausname: Lindenwirt) nach Wemding, dort bekam er lediglich den Namen "Hans der Amerbacher". Sein Sohn Veit Trollmann kam 1517 an die Universität Ingolstadt, 1521 nach Freiburg im Breisgau und 1525 nach Wittenberg zum Studium. Damals war es chic, sich einen lateinischen Namen zu geben und so wurde aus Veit Trollmann, der in Wemding Veit Amerbacher genannt wurde, der Name Vitus Amerpachius.

Amerpachius war bei seinen Lehrern sehr anerkannt und beliebt, sodass Martin Luther ihm 1526 eine Lehrerstelle in Eisleben vermittelte. 1529 heiratete er Elisabeth, mit der er später 11 Kinder hatte. Nur 17 Tage vor der Hochzeit promovierte er zum Magister. Schon immer interessierte sich Amerpachius für Theologie, Rechtswissenschaften und Medizin und so beschäftigte er sich ab 1530, seit er in Wittenberg einen Lehrstuhl innehatte, mit Philosophie. 1532 wurde er Dekan (=Vorsitzender) der philosophischen Fakultät. Er war bekannt für seine Kommentare über die Philosophen Horaz und Cicero.

Anfänglich war er mit Philipp Melanchthon und Martin Luther ein entschlossener Mitstreiter in der Reformation. Der Dozent und Gelehrte mit seiner inzwischen achtenswerten Stellung an der Universität in Wittenberg wendete sich von den Anschauungen Melanchthons ab. In Ingolstadt war er Professor für Philosophie und Rhetorik und verfasste noch mehrere Schriften. Am 13. September 1557 verstarb Amerpachius im Alter von 54 Jahren und wurde im Münster zu Ingolstadt beigesetzt.

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